So boostet KI das lnfluencer Marketing

Um Markenbekanntheit aufzubauen oder ein Markenimage zu pflegen, sind lnfluencer*innen die idealen Multiplikatoren.
Wenn Unternehmen sie heute für Kampagnen engagieren, ist vieles noch Handarbeit. Das kann sich durch den Einsatz
von Künstlicher Intelligenz ändern.

Influencer Marketing ist ein enorm aufwendiges Business – immer noch. Aber es ist Erleichterung in Sicht. Künstliche Intelligenz ist für das Influencer Marketing enorm effizienzsteigernd“, sagt Moritz Wasserek, Co-Founder und CEO von Iroin. Der Softwareanbieter hat in seine Influencer-Marketing-Suite bereits erste KI-Funktionen integriert, weitere sollen folgen. Insbesondere die Möglichkeiten von ChatGPT könnten Künstliche Intelligenz zum Gamechanger im Influencer Marketing machen, denn hier müssen nicht nur große Datenmengen ausgewertet werden, sondern auch aufwendige kleine Prozesse ineinandergreifen.

 

Vieles ist heute noch Handarbeit: Für eine Kampagne sind Influencer*innen zu recherchieren, auszuwählen und individuell anzuschreiben. Es folgen Verhandlungen und Briefings. Dann sind Kampagnen vor-, auf- und nachzubereiten sowie die Ergebnisse darzustellen und auszuwerten, um Optimierungen für kommende Influencer-Kampagnen abzuleiten.

 

KI-Experte Wasserek sieht für Künstliche Intelligenz bei solchen Prozessen zahlreiche Ansatzpunkte: Besonders groß sei der KI-Effekt, wenn es darum geht. Influencer·innen auszuwählen und zu analysieren sowie Kampagnenideen zu generieren. KI sei aber auch hilfreich dabei, Briefings zu erstellen, inklusive der sogenannten Moodboards, den Storyboards für Influencer-Kampagnen. Nicht zuletzt könne auch das Reporting mit der Hilfe von KI schneller und besser werden.

Boost 1: Influencer*innen finden

Den Prozess, für eine Kampagne passende Personen aus einem großen Datenpool digital auszuwählen – 250 Millionen Kandidat’innen sind keine Seltenheit-, kann KI enorm beschleunigen und präzisieren, indem sie riesige Datenmengen analysiert und strukturiert. So lassen sich mit KI-Tools beispielsweise Markenaffinitäten von Influencer*innen erkennen und über Lookalikes auch passende andere lnfluencer*innen finden. Ist die Reichweite organisch gewachsen oder sind Follower*innen eingekauft worden? KI-Tools finden schnell heraus, ob eine Zielgruppe echt ist. Contentbasierte Ähnlichkeiten werden von den Programmen ebenfalls erkannt und können – ebenso wie die Engagement-Raten – die Auswahl erleichtern.

 

Boost 2: Kampagnenideen kreieren

Mit den neuen Fähigkeiten von ChatGPT ist es jetzt sogar möglich, Kampagnenideen zu kreieren. Für die Kaffeemarke No Coffee – sie steht für einen koffeinfreien Biokaffee – hat Wasserek kürzlich einen Test durchgeführt. Das Team ließ sich von ChatGPT sieben Ideen für Influencer-Kampagnen kreieren – wovon zwei, so Wasserek, extrem passgenau waren. So schlug die KI unter anderem vor, mit Gesundheits- und Wellness-Influencer*innen zusammenzuarbeiten, die den koffeinfreien Kaffee als Teil eines gesunden Lebensstils bewerben. Sie könnten Rezepte teilen, wie sie ihn in Smoothies oder als Teil eines Frühstücks verwenden, so der Vorschlag der KI. Zudem sollten Lifestyle-Influencer*innen den koffeinfreien Kaffee als Teil ihrer täglichen Routine zeigen. Beide Strategien waren intern schon bekannt, denn sie waren bereits vor ChatGPT in mehrmonatigen Tests und nach zahlreichen Analysen in aufwencliger Handarbeit entwickelt worden. ChatGPT benötigte keine aufwendigen Tests und keine Befragungen – die KI hat nur wenige Sekunden gebraucht.

 

Boost 3: Briefings und Moodboards erstellen

Sind die passenden Influencer·innen identifiziert und steht die Kampagnenidee, gilt es, individuelle Anschreiben aufzusetzen und zu verschicken. Schließlich geht es in die Vertragsverhandlungen mit anschließenden Briefings. Überall dort, wo individuelle Texte zu erstellen sind, kann generative KI wie ChatGPT die Prozesse enorm beschleunigen. Im Influencer Marketing sind zudem Moodboards üblich, die den Influencer*innen durch die Bildsprache verdeutlichen, wofür eine Marke steht und in welchen Situationen und Umfeldern die Produkte präsentiert werden sollten. Moodboards geben somit das emotionale Setting für eine Influencer-Kampagne vor. Marketingverantwortliche können sich dabei nun zurücklehnen. Sie müssen keine Gra:fiker·innen hinzuziehen oder, wie in der Vergangenheit häufig nötig, Fotograf*innen briefen und beauftragen. Kls wie Midjourney erledigen diesen Job mit wenigen Prompts.

 

Boost 4: Bessere Reports ziehen

Für das Reporting der Kampagnen eignen sich KI-Tools ebenfalls bestens, denn sie sind in der Lage, sehr große Datenmengen zu analysieren und die Ergebnisse zusammenzufassen. Beispielsweise kann KI künftig die Kommentare der Marken-Community auswerten und daraus Stimmungsbilder erstellen. Auch alle anderen Ergebnisse lassen sich mit KI-Unterstützung innerhalb kürzester Zeit zusammenfassen und darstellen. Noch befindet sich die KI-Einbindung in Influencer-Software am Anfang. Die entsprechenden Funktionen werden von den Tech-Anbietern erst peu a peu ausgerollt. Auch Wasserek gibt sich bedächtig. Man wolle nicht blind auf jeden Hype aufspringen und teste die Einsatzmöglichkeiten von KI gründlich, so der Experte. Ab Sommer dieses Jahres wird die Suche nach lnfluencer*innen bei Iroin via ChatGPT möglich sein, weitere KI-Features sollen folgen. Doch langfristig sieht Wasserek nicht nur die KI des US Anbieters OpenAI als Option an. Mit der KI Luminous von Aleph Alpha gibt es beispielsweise eine Alternative mit europäischen Serverstandorten, die sich, im Gegensatz zu ChatGPT, auch in hauseigenen Rechenzentren betreiben lässt. Doch egal, ob ChatGPT, Luminous, Midjourney oder eine andere KI zum Einsatz kommt: “Marketer müssen selbst entscheiden können, ob für eine bestimmte Softwarefunktion eine KI oder ein klassischer Algorithmus genutzt werden soll”, so Wasserek, der für absolute Transparenz beim Kl-Einsatz plädiert.

 

Boost 5: Virtuelle lnfluencer*innen einsetzen

Neben den Marketingkampagnen mit realen lnfluencer*innen wird auch das Marketing mit virtuellen Inlluencer*innen durch KI beflügelt. Hier eröffnen sich völlig neue Optionen für kreative Umsetzungen. Ein gutes Beispiel ist Malive, die von der Agentur construktiv erschaffen wurde. Als virtuelle Influencerin kann sie sich digital an beliebige Orte und in beliebige Zeiten begeben. In den vergangenen Wochen ist sie nicht nur nach Japan, Hamburg oder Miami gereist, sondern auch direkt in die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei. “Einiges davon klappte besonders gut, dank KI-Techniken“, sagt Jaisha Laduch, Head of lnfluencer-Marketing & Social Media Strategy bei construktiv. Für das Team sind die technischen Möglichkeiten spannende Wege, um immer wieder Neues zu schaffen und weiter zu experimentieren. Aber letztlich sitzen hinter Malive echte Menschen, die gemeinsam ihre kreativen Köpfe zusammenstecken, um eine spannende Story zu schreiben. Für die Gestaltung der Inhalte zieht das Team dann KI hinzu. Beispielsweise werden mit der KI Midjourney die Settings und Hintergründe der Visuals erstellt. “Die Vorgehensweise bleibt dennoch ähnlich wie bei einem echten Shooting”, sagt Laduch. So muss auch Malive an das Licht der Umgebung angepasst werden. In einer 3D-Grafiksuite baut das Team die Umgebung grob nach und erstellt ein Setting für Sonne und Schatten. Mithilfe einer Bildbearbeitung bringt es dann Setting und virtuelle Influencerin zusammen. “Marken haben dadurch den Vorteil, dass sie ihren Ideen noch freieren Lauf lassen können und es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten gibt, was zum Beispiel den Einsatz von Ort und Zeit betrifft“, erläutert Laduch. Das betreffe sowohl die Zusammenarbeit mit virtuellen Influencer*innen als auch die Entwicklung eigener virtueller Avatare.

 

Boost 6: Kampagne mit KI-Technik produzieren

Die virtuelle Influencerin Malive trat bereits erfolgreich in Werbekampagnen auf. So arbeitet sie seit Ende vergangenen Jahres mit dem Streaminganbieter Paramount+ zusammen. Gemeinsam mit der echten Influencerin Klaudia Giez (Ex-GNTM-Kandidatin, aka Klaudia mit K) hat Malive Kampagneninhalte für Paramount+ umgesetzt, unter anderem zu den Serien “Grease”, “Yellowjackets” oder “Die Chemie des Todes”. Auch für die Deutsche Bahn war sie bereits aktiv. Der neueste Kooperationspartner von Malive ist der Süßwarenhersteller Katjes. Für einen Fruchtgummi-Mix entstand ein fantasievoller Inhalt, der nicht nur über ein Shooting realisiert wurde, sondern auch mit AI-Techniken wie Midjourney, Bei der enorm schnellen Entwicklung rund um Künstliche Intelligenz stellt sich die Frage, ob KI bald eigenständig perfekte Influencer*innen für Marken kreieren kann, die automatisiert relevante Inhalte posten und selbstständig schöne Bilder kreieren, die optimal zur Marke passen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist das kein Thema – aber ChatGPT war vor wenigen Monaten ja auch noch kein Thema.

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